Soziale Roboterlyrik
Ab und zu attestiert mir jemand bei LinkedIn die Kompetenz «Digitale Medien». Das tut mir immer ein bisschen weh, weil das zwar gut gemeint ist, aber auch hohl. Alle Medien – junge, alte, digitale wie analoge, sind Werkzeuge der Kommunikation, Medien eben, die zum Glück niemand allein beherrscht. Jedenfalls nicht unabhängig vom Publikum. Facebook zum Beispiel ist als eindimensionaler Zeitvergeuder einerseits recht asozial, wenn ich mir diesen belasteten Begriff so unbedarft erlauben darf. Allerdings besuche ich diese lustige Arena trotzdem gern, wegen der guten Gespräche. Deshalb ist auch das einst brotlose Dichten ein zukunftsträchtiges Gewerbe. Und ich bin im Zweifelsfall immer für den guten alten Post-it-Zettel. Oder für die Gartenpost auf Papier. Sie auch? Vielen Dank.
Zwei Dinge und andere Spalten
Eine Zeit lang hatte ich Mühe mit dem Begriff Kolumne. Wahrscheinlich hat das mit der Aura vieler Kolumnisten zu tun, die ich bewundere. Publizität ist ja immer zweischneidig. Nun aber habe ich aufs Wochenende ein paar Spalten im Schreibgarten gebüschelt und in der Rubrik Kolumnen stichwortartig aufgereiht. Es hat zwei Dinge darunter, Pro und Kontras, Sachliches und Saloppes, also für jeden etwas, und alles kurz und bündig.
Ordnen muss sein
Was die Frisur des Coiffeurs ist beim Schreiber der Text. Selten sind unangemeldete Werkstattbesuche, aber ein bisschen Aufräumen zwischendurch muss man schon. Links ein erst kürzlich eingerichtetes Regal mit analogem Arbeitsgerät, nach etwa zweitägigem Gebrauch, nur notdürftig arrangiert. Da das Archivieren zu meinen liebsten Tätigkeiten zählt, habe ich heute eiligst Kostproben gebüschelt. Die virtuelle Betriebschronik des Schreibgartens ist jetzt dreigeteilt: Brandaktuell, kürzlich und ganz am Anfang.
