Baustellen verzieren oder Schilder jagen
In meinen wildesten Träumen bin ich ja „Ethnograf“ und betreibe vollberuflich, was ich einst in Lausanne studiert habe: Ethnologie. Ich widme mich also dem Studium der Leute in der Stadt. Nun gab es 1998, als ich mein Meisterstudium in der Waadt abschloss, zwar schon E-Mails, aber noch nicht so viele Social-Mediakanäle wie heute. Es gab auch schon Harald Nägeli, den „Sprayer von Zürich„, aber noch nicht jene künstlerisch tätige Person, die derzeit in und um „Zureich“ Baustellenschilder verziert. Meine Sammlung von Fotos davon ist auf ein Dutzend angewachsen, allesamt Einzelstücke. Bestimmt gibt es mehr davon. Wer hilft mir suchen und finden? Mailt mir eure Fotos oder postet sie!
Der Ausreisser
Bei meiner jüngsten Geschichte für das Rennvelomagazin «Gruppetto» gab es Momente, wo ich mich verloren und verirrt hatte. Nun ist sie aber im Heft, die sagenhafte Story des Flüchtlings Alain Kitoko aus Kinshasa, dem das Velofahren mehr als einmal das Leben gerettet hat. Er war in seiner Jugend Radmeister im Kongo und kam vor mehr als 20 Jahren als Flüchtling in die Schweiz. Kitoko lebt in Ettiswil im Kanton Luzern, arbeitet als Bauarbeiter und sucht sein Glück pedalierend. Die Arbeit war eine Co-Produktion mit Pascal Ritter; die Fotos im Heft sind von Stephen Nthusi. Zu lesen ist die aussergewöhnliche Migrations- und Fluchtgeschichte im aktuellen Gruppetto, das ich zum Abo empfehle. Un grand merci à tous – et au vélo!
Ferien im Funkloch
Die schöne, neue Welt der Remote-Arbeit bringt es ja mit sich, dass man eigentlich rund um die Uhr arbeitet. Konsequenterweise gibt es keine Ferien mehr, keinen Schlaf, keine Ruhezeiten und keine Abwesenheitsnotizen. Allerdings kann man sich natürlich nach wie vor ein Funkloch einrichten, wenn man dies möchte. Man geht dann freiwillig eine Weile „offline“ und taucht ab. Meinetwegen kann man dem auch Detox sagen. Ihr findet mich bei Bluesky, im Penso und viermal pro Jahr in der Gartenpost.
