Etwas tun in düsteren Zeiten
Die politische Grosswetterlage ist in letzter Zeit schwammiger geworden, schlimme Ereignisse werfen viele Fragen auf. Soll man jetzt nach Paris reisen? Oder ganz sicher nicht? Besser wird es ja kaum, was manchem Weltenbürger aufs Gemüt schlägt. Aber muss deshalb der kleine Ignorant von der Strasse in diesem Krieg mitkämpfen? Hat er nicht Besseres zu tun? Und ist es hilfreich, wenn Zeitungen ein paar Körnchen Good News zwischen die Sensationsbilder streuen? Die Antwort auf all diese Fragen ist ein deutliches Jein. In düsteren Zeiten sorge jedes eifrig für etwas Helle in seiner Umgebung. «Business as usual» also, unaufgeregt und zuverlässig. Beispiele gefällig? Aber gerne: Studentische Nothilfe, entspannte Medienarbeit, leichtverdauliche Satire. Oder meinetwegen Mentalreisen, die sind zwar wild, aber fast ohne Risiko.
Worte im Laden kaufen
Das gesprochene Wort kommt viel zu kurz. Auch der Schreibgärtner kann sich dem nicht ganz entziehen. Gegensteuer gibt die tolle Plattform Spoken Word, auf der man Texte fürs Ohr kaufen kann. Ich habe dort auch ein paar Geschichten im Angebot. Neu ein lyrisches Manifest und ein mysteriöses Negligé, das nachhaltig nach hallt. Hört doch rein und ladet munter runter, es ist günstig: Für 1 Franken 50 hört ihr meinen bescheidenen Beitrag zur Völkerverständigung. Einen welschen Stabreim gibts schon ab läppischen 50 Rappen.
zum Ersten, zum Zweiten und zum…
Gestern habe ich in der S24 in Zug einen Geigenkasten gefunden. Niemand war mehr im Zug. Also habe ich reingeschaut. Es war eine Kindervioline drin, ein Bogen auch, aber kein Name. So ein Drama! Ich stellte mir das vergessliche Künstlerkind zuhause vor, ohne Geige. Was macht man da? Ich rief den Railservice an. Die rieten mir, den Fundgegenstand am SBB-Schalter abzugeben, was ich auch tat. Ich hoffe schwer, dass die Geige so wieder zum Kind kommt. Sonst taucht sie womöglich im Supermarkt der Fundsachen in Wollishofen auf. Dort komme ich auf der Schnäppchenjagd ab und zu vorbei. Manchmal gibt es den Fundsachenverkauf auch live, an einer Gant. Neulich war ich deshalb für das Magazin CIGAR an der higa in Chur. Als Kontrast besuchte ich auch erstmals eine Kunstauktion. Die soeben erschienene Reportage heisst: Unter dem Hammer.
