Schleichwerbung für eine Schwö und ein Papier
Gestern sagte Monsieur Odier, ein Bankier aus Genf, öffentlich, dass er etwas in einer Zeitung gelesen habe. Er sagte „Papier“, mit Understatement, wie man das halt so sagt, im Welschen. Gemeint war natürlich die NZZ, auch liebevoll die „alte Tante“ von der Falkenstrasse genannt. Am ersten Montag des Monats aber stehe ich oft am Kiosk, weil dann das Folio beiliegt. Und im September habe ich das nicht verpasst, da ich sogar erwähnt wurde, auf Seite 59. Danke, Heidi Happy, danke Folio, für den Stein im Schreibgarten!
Zeit des Tippens
Sagt man jöggeln oder töggeln? Bist du der filigrane Tipp-Kick Typ oder eher der mollochende Ackergaul? Fussball ist ja in erster Linie eine Philosophie, die theoretisch abzuhandeln ist. Man kann aber auch stilvoll wetten, etwa darauf, welches Land die Copa America ausführt oder ob die EM von 2020 nun tatsächlich 2021 stattfindet. Geimpft und zugenäht, jetzt rollt das Leder wieder! In der aktuellen Ausgabe des Fussballmagazins Zwölf habe ich ein altes Foto von Roy’s Boys gedeutet. Der Webshop des Zwölf ist übrigens der einzige Ort, der das Postkartenset des Legendenspiels verkauft.
Soziale Roboterlyrik
Ab und zu attestiert mir jemand bei LinkedIn die Kompetenz «Digitale Medien». Das tut mir immer ein bisschen weh, weil das zwar gut gemeint ist, aber auch hohl. Alle Medien – junge, alte, digitale wie analoge, sind Werkzeuge der Kommunikation, Medien eben, die zum Glück niemand allein beherrscht. Jedenfalls nicht unabhängig vom Publikum. Facebook zum Beispiel ist als eindimensionaler Zeitvergeuder einerseits recht asozial, wenn ich mir diesen belasteten Begriff so unbedarft erlauben darf. Allerdings besuche ich diese lustige Arena trotzdem gern, wegen der guten Gespräche. Deshalb ist auch das einst brotlose Dichten ein zukunftsträchtiges Gewerbe. Und ich bin im Zweifelsfall immer für den guten alten Post-it-Zettel. Oder für die Gartenpost auf Papier. Sie auch? Vielen Dank.
