Zeit ist nicht nur Geld
Der reiche Kanton Zürich geniesst zurzeit wieder mal Sportferien. Die Kinder haben wir teils zum Skifahren mit den Grosseltern in die Berge geschickt. So können wir mit reduziertem Betrieb etwas zuschaffen. Zwinglianer verschwenden keine Tage mit Fasnacht. Der flexible Kantönligeist hat auch seine Vorteile. So hat eine fast normale gleitende Arbeitswoche im Schreibgarten begonnen, mit einer kleinen Montagsbestellung im Internet. Die Versorgung mit Lebenswichtigem ist schliesslich eine Top-Prio im Unternehmen. Also orderte ich für dreimal nichts eine Publikation aus England. Es ist ein Werk des fast vergessenen Illustrators Peter Kneebone: «Look before you elope». Frei übersetzt, auf den Arbeitsmarkt bezogen: «Drum prüfe, wer sich ewig schindet.» Eine Rezension folgt in Kürze.
Wünsche und Wohltaten
Sehet, die zweite Kerze brennt! Der Samichlaus ist ja einer dieser Zeitgenossen, die gut organisiert sind. Wenn alles nach Plan läuft, wie seit eh und je, dann sehen wir ihn morgen noch, da und dort, oder wir hören Kinder, die ihn abends mit Kuhglocken begleiten. Dann aber hat der Nikolaus seinen Job gemacht und er kommt erst 2017 wieder. Wir können uns derweil auf das Beantworten der Bettelbriefe und das Öffnen der Törchen im Adventskalender konzentrieren. Die meisten sind ja leicht zu öffnen, manche nur mit einem Klick, für einen Sonnenstrahl Vorfreude jeden Tag. Alles gut also? Fast: Ein gewisser Campo Zeludi meint, er könne den Kalenderbrauch missbrauchen, um seine geliebten Bücher einzeln zu verschenken. Ist ihm noch zu helfen?
Wie man in den Tunnel ruft…
Vielleicht ist es im Getöse um die Eröffnung des weltlängsten Eisenbahntunnels mit Mischverkehr untergegangen. Aber zum Gotthard habe ich schon auch ein paar Dinge zu sagen. Zum Beispiel hiess mein 1880 in Sachseln geborener Urgrossvater Gotthard Ackermann. Und irgendwann muss ich der Welt noch erzählen, wie wir Ende der 1980er-Jahren auf einer Velotour versuchten, den Vierwaldsttättersee südlich zu umfahren. Für den Moment ist ein Buch aktuell, wo ich vier von 57 Gotthardmenschen beschreiben durfte. Das Buch erschien am 1. Juni im AZ-Verlag, mit Fotos von Markus Bühler-Rasom, dem Eisbärenjäger. Der marschierte übrigens mal mit Peter Stamm über den Gotthard, aber das ist eine andere Geschichte.
